Kopenhagens buntes Wahrzeichen
Nyhavn („Neuer Hafen”) ist das Bild, das fast jeder vor Augen hat, wenn er an Kopenhagen denkt: eine schmale Wasserstraße, gesäumt von dicht an dicht stehenden Giebelhäusern in Senf, Rot, Ocker und Blau, davor alte Holzboote. Der Kanal wurde von 1670 bis 1673 unter König Christian V. gegraben – von dänischen Soldaten und schwedischen Kriegsgefangenen –, um Schiffe vom Öresund bis an den Rand der Innenstadt zu bringen. Das älteste Haus, Nummer 9, stammt von 1681 und steht bis heute. Nyhavn liegt mitten in der Inneren Stadt, wenige Schritte vom Schloss Amalienborg entfernt.
Der Zugang ist kostenlos und rund um die Uhr möglich – Nyhavn ist ein öffentlicher Stadtraum, kein Museum. Für den klassischen Blick und ein paar Fotos reichen 30 bis 60 Minuten.
Vom Seemannsviertel zur Flaniermeile
Lange war Nyhavn ein raues Hafenviertel voller Kneipen, Tätowierstuben und Matrosen. Der Dichter Hans Christian Andersen wohnte gleich in mehreren der Häuser: in Nr. 20, wo 1835 seine ersten Märchen entstanden, später in Nr. 67 und zuletzt in Nr. 18. Alle drei Fassaden tragen heute Gedenktafeln, die man im Vorbeigehen entdecken kann.
Heute reihen sich in den Häusern Restaurants und Cafés mit Außenplätzen am Wasser; im Sommer sitzt halb Kopenhagen mit einem Bier auf den Kaikanten. Ein Drink an der Kaifront kostet ungefähr 60 bis 90 DKK – die genauen Preise schwanken von Lokal zu Lokal.
Was dich erwartet
Die Sonnenseite ist die nördliche Häuserzeile mit den bekanntesten bunten Fassaden – ideal für Fotos am Vormittag, wenn das Licht direkt darauf fällt. Von der Brücke am Kopf des Hafens hast du den klassischen Blick über den Kanal mit Booten und Häusern in einer Achse.
Für einen Sitzplatz am Wasser lohnen sich ein paar Klassiker:
- Cap Horn (Nyhavn 21) – dänisch-französische Küche mit Bio-Anspruch, seit 1969.
- Nyhavns Færgekro (Nyhavn 5) – klassisch dänisch, mittags ein Hering-Buffet für rund 175 DKK.
Im Sommer sind die Wasserplätze begehrt; eine Reservierung ist empfehlenswert, gerade abends. Mehr Tipps zur dänischen Küche stehen im Guide Essen & Trinken in Kopenhagen.
Kanalrundfahrten ab Nyhavn
Vom Nyhavn starten die meisten Kanal- und Hafenrundfahrten, die in rund einer Stunde am Christiansborg, der Oper, am Holm und an der Kleinen Meerjungfrau vorbeiführen – eine der angenehmsten Arten, die Stadt vom Wasser aus kennenzulernen. Zwei Anbieter legen hier ab:
- Netto-Bådene (blaue Boote): 60 Minuten, Erwachsene 80 DKK, Kinder 40 DKK; im Sommer etwa alle 20 Minuten ab 10 Uhr.
- Stromma (grüne Boote, Classic/Grand Tour): rund eine Stunde, ca. 129 DKK pro Erwachsenem.
Eine eigene Ticketstelle „am Nyhavn” gibt es nicht – gebucht wird direkt beim jeweiligen Anbieter oder vor Ort am Steg. Die DKK-Beträge sind Richtwerte; tagesaktuelle Preise und Fahrpläne prüft man am besten beim Anbieter.
Tipps für den Besuch
- Früh kommen: Zwischen etwa 7 und 9 Uhr ist es am ruhigsten und am fotogensten. Tagsüber, mittags und an Sommerabenden drängen sich die Menschen.
- Beste Reisezeit: Mai und September bieten mildes Wetter bei deutlich weniger Andrang als der Hochsommer von Juni bis August (Höhepunkt im Juli). Am ruhigsten ist es im November und von Januar bis März.
- Ehrlich eingeordnet: Nyhavn ist sehr beliebt, aber kein Overtourism-Fall wie Venedig oder Barcelona. Ein kurzer Stopp genügt – die Promenade ist eher Auftakt als Ganztagsziel.
- Gut kombinierbar: Vom Nyhavn sind es rund 20 Gehminuten zur Kleinen Meerjungfrau; auch ein Abstecher nach Christiania lässt sich gut anschließen. Nyhavn gehört zu den Top-15-Sehenswürdigkeiten der Stadt.