Ein Turm mit Wendelrampe
Der Rundetårn wurde 1637 bis 1642 unter König Christian IV. errichtet und gehört zu den Wahrzeichen der Kopenhagener Altstadt. Seine Besonderheit ist die spiralförmige Rampe: Statt Stufen führt ein rund 200 Meter langer, sanft ansteigender Gang um den Kern des Turms nach oben. So konnten Kutschen schwere astronomische Instrumente zum Observatorium hinauffahren. Erst ganz oben führen zwei kurze Treppen aus Holz und Stein zur Aussichtsplattform.
Europas ältestes Observatorium
Auf der Spitze sitzt das Observatorium – das älteste noch funktionierende Observatoriumsgebäude Europas. Christian IV. ließ den Turm eigens für die Astronomen der Universität Kopenhagen bauen, die ihn jahrhundertelang als Zentrum der dänischen Astronomie nutzten. 1860 wurde die Universitätssternwarte hierher verlegt und der Turm aufgegeben; 1928/29 baute man ihn als Observatorium für Amateure und Öffentlichkeit wieder auf. Das heutige Teleskop ist ein Linsenfernrohr (Refraktor) von 1929 mit 80- bis 450-facher Vergrößerung. Im Winterhalbjahr ist das Observatorium normalerweise dienstag- und mittwochabends von Astronomen besetzt – bei klarem Wetter kann man dann durch das Teleskop blicken.
Auf halber Höhe liegt die alte Bibliothekshalle, die heute für wechselnde Ausstellungen und Konzerte genutzt wird.
Renovierung und Lightyear 2026
2026 markiert den 350. Jahrestag von Ole Rømers Messung der Lichtgeschwindigkeit – der Turm widmet das ganze Jahr unter dem Titel Lightyear 2026 dem Thema Licht. In der Bibliothekshalle laufen vier per Open Call ausgewählte Ausstellungen, dazu eine Rømer-Themenausstellung vom 6. Februar 2026 bis 4. Januar 2027.
Gleichzeitig wird restauriert: Die rund drei Tonnen schwere Kuppel und das Teleskop von 1929 werden überholt, das Teleskop wurde dafür Ende 2025 demontiert und zu einem Spezialisten nach Deutschland geschickt. Folgen für den Besuch 2026:
- Der Turm war vom 5. Januar bis 5. Februar komplett geschlossen und hat am 6. Februar wieder geöffnet.
- Das Observatorium bleibt voraussichtlich bis Oktober 2026 geschlossen – ein Blick durchs Teleskop ist in dieser Zeit nicht möglich.
- Rund um die Wiedereinsetzung der Kuppel kann die Aussichtsplattform an einzelnen Tagen betroffen sein. Den aktuellen Stand nennt die offizielle Website.
Was dich erwartet
Oben angekommen, umrundet man auf einer Plattform die Turmspitze und blickt über die roten Dächer, Kirchtürme und Kuppeln Kopenhagens. Für den ganzen Turm inklusive Aufstieg und kurzem Verweilen genügen 45 bis 60 Minuten. Am schönsten ist es vormittags bei klarer Sicht.
- Eintritt: Erwachsene 60 DKK, Studierende mit Ausweis 40 DKK, Kinder bis 17 Jahre frei.
- Tickets gibt es nur vor Ort an der Kasse; eine Online-Vorabbuchung ist nur für Veranstaltungen möglich.
- Öffnungszeiten: im Sommer (April bis September) täglich 10–20 Uhr, im Winter (Oktober bis März) täglich 10–18 Uhr. Geschlossen am 24./25. Dezember und 1. Januar, am 31. Dezember nur bis 15 Uhr.
- Barrierefrei ist der Turm nur eingeschränkt: Die Rampe lässt sich gut begehen, doch zur Plattform führen zwei Treppen. Die Ausstellungsräume der Bibliothekshalle sind dagegen zugänglich.
Anreise & Kombination
Der Rundetårn liegt mitten in der Inneren Stadt, direkt an der Einkaufsmeile Strøget. Ein Besuch lässt sich bestens mit einem Bummel durchs Zentrum verbinden – das Schloss Rosenborg mit den Kronjuwelen und dem Königsgarten ist in wenigen Minuten zu Fuß erreicht. Wer Aussichtstürme mag, kann den Besuch mit dem Kuppelaufstieg der Marmorkirken kombinieren. Weitere Anregungen bündelt der Überblick Top 15 Sehenswürdigkeiten.