Europas lange Einkaufsmeile
Der Strøget ist die zentrale Fußgängerachse Kopenhagens und mit rund 1,1 Kilometern eine der längsten autofreien Einkaufsstraßen Europas. Der Name ist streng genommen kein offizieller Straßenname, sondern ein Spitzname aus dem 19. Jahrhundert. Tatsächlich ist der Strøget eine Abfolge mehrerer Straßen – Frederiksberggade, Nygade, Vimmelskaftet und Østergade – sowie der Plätze Nytorv, Gammeltorv und Amagertorv. Er zieht sich vom Rådhuspladsen (Rathausplatz) bis zum eleganten Kongens Nytorv quer durch die Innere Stadt.
Wer länger bummelt, bleibt selten nur auf den Kernstraßen: Das zusammenhängende Fußgängernetz im Zentrum reicht darüber hinaus unter anderem über die Købmagergade, die Fiolstræde und die Jorcks Passage.
Vom Verkehrsversuch zur Fußgängerzone
Am 17. November 1962 wurde der Strøget versuchsweise für den Autoverkehr gesperrt – ein mutiges Experiment in einer Zeit, in der die autogerechte Stadt das Leitbild war. Der Versuch glückte, und 1964 wurde die Fußgängerzone dauerhaft. In den folgenden Jahrzehnten wurde das autofreie Netz mehrfach erweitert (1968, 1973, 1992). Damit gilt der Strøget bis heute als Pionier der europäischen Fußgängerzone und als Vorbild für das, was Kopenhagen später zur Fahrrad- und Fußgängerstadt machte.
Vom Budget- zum Luxus-Shopping
Das Sortiment staffelt sich entlang der Strecke: Am westlichen Ende bei der Frederiksberggade reihen sich Ketten und günstige Läden, je weiter östlich man Richtung Kongens Nytorv kommt, desto nobler werden die Geschäfte – bis zu den Flagship-Stores dänischer Marken und internationalen Luxushäusern. Dazwischen liegen die großen Kaufhäuser Illum und – am angrenzenden Kongens Nytorv – Magasin du Nord.
Die einzelnen Geschäfte haben keine einheitlichen Öffnungszeiten. Üblich sind Montag bis Freitag etwa 10–18 Uhr (freitags teils länger), samstags rund 10–17 Uhr; sonntags ist das Bild gemischt – manche Läden bleiben zu, andere öffnen. Wer ein bestimmtes Geschäft ansteuert, prüft die Zeiten am besten vorab.
Mehr als eine Shoppingstraße
Der Strøget ist die natürliche Hauptachse für einen Stadtbummel, auch ohne Einkaufsabsicht. Auf dem Amagertorv treten regelmäßig Straßenkünstler auf – Akrobaten, Magier und Musiker. Hier steht auch der Storch-Brunnen, am westlichen Gammeltorv plätschert der ältere Caritas-Brunnen. Viele Top-Ziele liegen direkt am Weg oder einen Abstecher entfernt: der Rundetårn, die Frauenkirche und am östlichen Ende der Kongens Nytorv mit dem benachbarten Nyhavn.
Ein realistischer Hinweis: Rund um den Rathausplatz warnt das Tourismusamt vor Trickbetrügern mit Hütchenspielen. Wer eine angebliche Wette oder ein Glücksspiel auf der Straße angeboten bekommt, geht weiter.
Anreise & Praktisches
Der Strøget beginnt am Rådhuspladsen und liegt damit denkbar zentral. Die Metro-Stationen Rådhuspladsen (M3/M4, am Westende) und Kongens Nytorv (M3/M4, am Ostende) markieren beide Enden – praktisch, um die Strecke in eine Richtung zu laufen, ohne zurückzumüssen. Vom Hauptbahnhof sind es nur wenige Gehminuten.
- Beste Zeit: vormittags kurz nach Ladenöffnung, bevor der Andrang einsetzt. Im Advent ist es stimmungsvoll beleuchtet, dann aber sehr voll.
- Barrierefreiheit: Der Strøget selbst ist flach und durchgehend gepflastert und gilt als gut rollstuhltauglich. Abseits davon ist im historischen Zentrum mit Kopfsteinpflaster zu rechnen.
- Toiletten: Direkt an der Straße sind öffentliche WCs rar; am einfachsten nutzt man die Kaufhäuser (Illum, Magasin) oder Cafés.
- Dauer: Für die reine Strecke reichen 30–45 Minuten, mit Bummeln, Pausen und Abstechern eher ein bis zwei Stunden.
Der Strøget lässt sich gut mit fast jedem Programm in der Inneren Stadt verbinden – etwa einem Besuch im Nationalmuseet oder einem Abstecher zum Nyhavn. Welche Ziele sich lohnen, fasst der Guide zu den Top-15-Sehenswürdigkeiten zusammen.