Die Kirche der dänischen Marine
Die Holmens Kirke steht am Holmens Kanal, direkt gegenüber von Schloss Christiansborg auf Slotsholmen. Sie ist die Kirche der dänischen Marine und seit jeher mit der Krone verbunden – am bekanntesten als Ort, an dem die spätere Königin Margrethe II. am 10. Juni 1967 den französischen Grafen Henri de Laborde de Monpezat (den späteren Prinz Henrik) heiratete, getraut von Bischof Erik Jensen.
Im Gegensatz zu den großen Touristenkirchen der Stadt geht es hier ruhig zu. Wer durch die Innere Stadt bummelt und ohnehin am Kanal entlangkommt, kann den eher unscheinbaren Bau in 20 bis 30 Minuten besichtigen – Eintritt frei.
Von der Ankerschmiede zur Hofkirche
Der Ursprung des Gebäudes ist ungewöhnlich: 1562 entstand hier unter Christian III. eine flache, lange Ankerschmiede für die Marinewerften, versteckt hinter einem Renaissanceturm, damit sie den Blick vom Schloss nicht störte. Als Christian IV. auf dem Holm Marinesoldaten ansiedelte, brauchten diese eine eigene Kirche. 1617 entstand eine neue Schmiede, das alte Werkstattgebäude wurde umgewidmet und 1619 als Kirche eingeweiht.
Daher ist die Holmens Kirke – anders als fast alle anderen Kirchen – nicht geostet: Der profane Vorgängerbau hatte sein Portal an der Südostseite. Der alte Renaissanceturm blieb erhalten und dient seither als Glockenturm. 1641 baute Leonhard Blasius die Kirche zum heutigen kreuzförmigen Grundriss aus, integrierte den Turm als Westgiebel und stockte das Gebäude auf Turmhöhe auf. Das Fundament bilden die alten Granitsteine, die jüngeren Teile bestehen aus gelben Ziegeln; auf den Putz der neuen Giebel ist rot-gelbes Mauerwerk aufgemalt, damit die Ästhetik zum Turm passt.
Altar, Kanzel und Grabkapellen
Das Inventar hat Brände, Belagerungen und Bombardements überdauert und stammt noch aus dem 17. Jahrhundert. Herzstück ist der prachtvolle Altar von 1661 des Bildschnitzers Abel Schrøder (1606–1676), von dem auch die Kanzel stammt. Die Stuckdecke kam 1776 hinzu, dazu kommen drei Taufbecken und rund 150 Epitaphien.
An der Kirche entstanden im späten 17. Jahrhundert kleine Grabkapellen – 1697 etwa für den Admiral Niels Juel –, die große Kapelle am Kanalufer folgte 1705 bis 1708. In Kirche und Grabkapelle ruhen zwei der berühmtesten dänischen Seehelden, Niels Juel und Peter Tordenskjold, sowie der Komponist Niels Wilhelm Gade. Die eigentliche Krypta ist nur Angehörigen nach Vereinbarung zugänglich; im regulären Besuch erlebt man den Kirchenraum mit seinen Grabmälern.
Besuch & Praktisches
Für die Besichtigung reichen 20 bis 30 Minuten. Geöffnet ist die Kirche Mo–Sa 10–16 Uhr, Sonntag 12–16 Uhr und an Feiertagen 12–14 Uhr. Weil es eine aktive Pfarr- und Marinekirche ist, kann sie wegen Gottesdiensten, Trauungen oder Konzerten kurzfristig schließen – die aktuellen Zeiten stehen auf der offiziellen Website. Am ruhigsten ist es werktags vormittags, außerhalb der Sonntagsgottesdienste.
- Eintritt: frei, kein gesonderter Preis.
- Barrierefreiheit: Der Haupteingang hat drei Stufen ohne Rampe. Rollstuhlfahrer nutzen die Seitentür im nordwestlichen Kreuzarm zum Holmens Kanal; innen liegt dort nur eine niedrige Stufe mit Rampe. Der Kirchendiener schließt die Tür auf Anfrage auf, zum Absetzen eignet sich Slotsholmen.
Anreise & Kombination
Die Holmens Kirke liegt am Holmens Kanal gegenüber von Christiansborg, mitten in der Inneren Stadt und wenige Gehminuten von Strøget und Kongens Nytorv entfernt. Ein Besuch fügt sich gut in einen Rundgang über Slotsholmen ein.
Direkt gegenüber lohnt der kostenlose Aussichtsturm von Christiansborg, und mit dem Nationalmuseet liegt ein weiteres Highlight in Gehweite. Wer Kopenhagens Kirchen vertiefen will, kombiniert die Holmens Kirke mit der nahen Vor Frue Kirke und dem gewundenen Turm der Vor Frelsers Kirke in Christianshavn. Anregungen für die Planung bündelt die Übersicht der Top 15 Sehenswürdigkeiten.