Kopenhagen ist kompakt, flach und auf kurze Wege gebaut – die meisten Höhepunkte liegen so nah beieinander, dass sich vieles zu Fuß oder mit ein paar Metro-Stationen verbinden lässt. Diese Liste fasst die Sehenswürdigkeiten zusammen, die kein Kopenhagen-Besuch auslassen sollte, von den großen Wahrzeichen über die Königsschlösser bis zu Türmen und Museen. Jeder Eintrag nennt die wichtigsten Fakten und, wo sinnvoll, Öffnungszeiten und Preise für 2026. Wie sich die Punkte zu einer sinnvollen Route verbinden lassen, zeigen unsere Reisepläne.
Die großen Wahrzeichen am Wasser
Kein Kopenhagen-Besuch ohne Nyhavn, den „Neuen Hafen”. Der Kanal wurde 1670 bis 1673 unter König Christian V. angelegt und unter anderem von schwedischen Kriegsgefangenen gegraben. Die farbigen Giebelhäuser an der Sonnenseite stammen aus dem 17. und frühen 18. Jahrhundert – das älteste, Nummer 9, datiert auf 1681. Hans Christian Andersen wohnte rund 18 Jahre hier. Heute reiht sich an der Promenade Restaurant an Café an Bar, und der Kanal gehört zu den meistfotografierten Orten der Stadt. Schon ein langsamer Spaziergang am Wasser lohnt sich, auch ohne einzukehren.
Mitten in der Stadt, gleich neben dem Hauptbahnhof, liegt das Tivoli. Der Vergnügungspark wurde 1843 nach einer Idee von Georg Carstensen gegründet und ist einer der ältesten noch betriebenen der Welt. Die Saisons 2026 sind klar getaktet – Sommer vom 7. April bis 20. September, Halloween vom 2. Oktober bis 1. November und Weihnachten vom 13. November bis 3. Januar. Im Sommer öffnet der Garten meist ab 11.00 Uhr, sonntags bis donnerstags bis 22.00 Uhr, freitags und samstags bis Mitternacht; tagesgenaue Zeiten stehen im Tivoli-Kalender. Der Garteneintritt (ohne Fahrgeschäfte) beginnt je nach Tag bei rund 145 bis 155 DKK, etwa 19 bis 21 Euro; die Fahrgeschäfte erfordern einen separaten Turpass. Tivoli arbeitet mit tagesabhängigen Preisen, ein fester Bestpreis lässt sich also nicht nennen.
Etwas nördlich, an der Langelinie-Promenade, sitzt die Kleine Meerjungfrau. Die Bronzefigur von Bildhauer Edvard Eriksen wurde am 23. August 1913 enthüllt, ist 1,25 Meter hoch und wiegt rund 175 Kilogramm. Auftraggeber war 1909 der Carlsberg-Mäzen Carl Jacobsen; das Gesicht ist der Ballerina Ellen Price nachempfunden, der Körper Eriksens Frau Eline, das Motiv stammt aus H. C. Andersens Märchen von 1837. Seit über einem Jahrhundert ist sie eines der bekanntesten Wahrzeichen und meistbesuchten Ziele Kopenhagens – und im Original deutlich kleiner, als viele erwarten.
Königliches Kopenhagen
Die Monarchie ist in Kopenhagen allgegenwärtig. Amalienborg ist die Stadtresidenz des Königshauses und besteht aus vier Palais um einen achteckigen Platz. Frederik VIII.s Palais ist die Residenz von König Frederik X. und Königin Mary; das Amalienborg-Museum im Christian VIII.s Palais ist für Besucher geöffnet. Der bekannteste Programmpunkt ist der Wachwechsel der Königlichen Garde, täglich um 12.00 Uhr mittags. Die Garde marschiert dafür um 11.30 Uhr von Schloss Rosenborg los; ist der Monarch in Residenz, begleitet Musik den Wechsel und die Königsstandarte wird gehisst.
Rosenborg wurde 1606 bis 1634 von Christian IV. als Lustschloss erbaut. In den Gewölben liegen die dänischen Kronjuwelen und Regalien – weltweit die einzigen, die zugleich ausgestellt und noch von der Krone genutzt werden. Geöffnet ist im Sommer täglich etwa 10.00 bis 17.00 Uhr, im Winter bis 16.00 Uhr (montags teils geschlossen), der Eintritt liegt bei rund 130 DKK, unter 18 frei. Der angrenzende Königsgarten Kongens Have ist einer der ältesten Parks der Stadt und frei zugänglich – eine gute Pause zwischen zwei Programmpunkten.
Christiansborg auf der Schlossinsel Slotsholmen ist ein Sonderfall – das Gebäude beherbergt das Parlament (Folketinget), das Büro des Premierministers und den Obersten Gerichtshof und ist damit weltweit das einzige Gebäude, in dem alle drei Staatsgewalten unter einem Dach sitzen. Der Schlossturm ist mit 106 Metern der höchste Turm der Stadt, exakt 40 Zentimeter höher als der Rathausturm. Die Aussichtsplattform auf 44 Metern Höhe ist kostenlos zugänglich, geöffnet Dienstag bis Sonntag (montags geschlossen) – einer der besten Gratis-Ausblicke Kopenhagens.
Türme mit Aussicht
Wer Kopenhagen von oben sehen will, hat die Qual der Wahl, und die drei Türme unterscheiden sich deutlich. Der Rundetårn, der Runde Turm, ist der bequemste – statt Stufen führt eine spiralförmige Rampe von rund 200 Metern Länge nach oben, erst kurz vor der Plattform folgen wenige Treppenstufen. Tickets kosten für Erwachsene 60 DKK, für Studierende 40 DKK, Kinder bis 17 sind frei. Geöffnet ist von April bis September täglich 10.00 bis 20.00 Uhr, in der übrigen Zeit bis 18.00 Uhr (dienstags und mittwochs bis 21.00 Uhr).
Spektakulärer, aber auch anstrengender ist der Aufstieg in der Erlöserkirche (Vor Frelsers Kirke) in Christianshavn. Der schwarz-goldene Spire der Barockkirche – Bau ab 1682, Einweihung 1695, Turmspitze 1752 vollendet – ist 90 Meter hoch und berühmt für seine gegen den Uhrzeigersinn gewundene Außentreppe. Insgesamt 400 Stufen führen hinauf, die letzten rund 150 davon außen am Turm; jährlich besteigen ihn über 200.000 Menschen. Schwindelfrei sollte man dafür sein, der Blick über Stadt und Hafen entschädigt aber.
Den dritten Ausblick liefert die Marmorkirken (Frederiks Kirke) nahe Amalienborg, auf die wir gleich noch einmal zurückkommen. Zusammen mit dem kostenlosen Turm von Christiansborg ergeben sich so vier sehr unterschiedliche Perspektiven – bequem, schwindelerregend, sakral und gratis.
Kunst und Kulturgeschichte
Kopenhagens Museen decken vom Wikingergold bis zum Designklassiker eine enorme Bandbreite ab. Das Nationalmuseet ist Dänemarks größtes kulturhistorisches Museum, mit über 40.000 Objekten von der Vorgeschichte über die Wikingerzeit und das Mittelalter bis zur neueren Geschichte und ethnografischen Sammlungen – darunter Schätze wie der Sonnenwagen von Trundholm und die Goldhörner. Der größte Vorteil für Besucher – der Eintritt in die Dauerausstellungen ist frei, nur Sonderausstellungen können kosten.
Die Ny Carlsberg Glyptotek geht auf die Privatsammlung des Carlsberg-Mäzens Carl Jacobsen (1842–1914) zurück, ist seit 1897 öffentlich und umfasst über 10.000 Werke. Die Schwerpunkte – Antiken aus dem Mittelmeerraum (Ägypten, Griechenland, Rom, Etrusker) sowie französische und dänische Kunst des 19. Jahrhunderts mit Rodin-Skulpturen und Impressionisten wie Gauguin und Manet. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr, montags geschlossen; der Eintritt liegt für Erwachsene bei rund 125 DKK, für 18- bis 26-Jährige bei etwa 95 DKK, unter 18 frei. Am letzten Mittwoch im Monat ist der Eintritt frei.
Wer dänisches Design liebt, kommt am Designmuseum Danmark nicht vorbei. Es zeigt eine der weltweit größten Sammlungen dänischen Designs – Arne Jacobsen, Hans Wegner, Finn Juhl, Poul Kjærholm, Verner Panton – mit dem berühmten „Stuhl-Tunnel” als Highlight. Der Eintritt 2026 beträgt für Erwachsene 140 DKK, für unter 27-Jährige und Studierende 90 DKK, unter 18 frei; geöffnet ist Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr, donnerstags bis 20.00 Uhr.
Kirchen, Festung und alternatives Kopenhagen
Die Marmorkirken, die Marmorkirche, hat eine ungewöhnliche Baugeschichte – die Grundsteinlegung war 1749, die Weihe folgte erst am 19. August 1894, dazwischen lag das Gebäude fast 150 Jahre als Ruine. Ihren Namen verdankt sie dem norwegischen Marmor der ersten Mauern; aus Budgetgründen wurde der Bau teils mit Kalkstein vollendet, sie ist also nur teilweise echter Marmor. Die von St. Peter in Rom inspirierte Kuppel hat einen Innendurchmesser von rund 30 Metern; das Innere ist frei zugänglich, die Kuppel lässt sich zu bestimmten Zeiten besteigen (im Sommer täglich, sonst am Wochenende) und bietet ein 360-Grad-Panorama.
Das Kastellet ist eine der besterhaltenen Festungen Nordeuropas – eine sternförmige Zitadelle in Form eines Fünfecks mit fünf Bastionen, begonnen 1626 und unter Frederik III. 1664 vollendet. Sie ist bis heute aktives Militärgelände des Verteidigungsministeriums, zugleich aber täglich frei zugänglich und dient als Park. Die fünfzackige Wallstruktur mit Wassergräben und alten Kasernen lässt sich entspannt umrunden, und der Weg führt ohnehin Richtung Kleine Meerjungfrau.
Ganz anders, aber genauso prägend, ist Christiania, die Freistadt. Sie wurde am 26. September 1971 auf einem ehemaligen Militärgelände in Christianshavn gegründet. 2012 wurden die Bewohner über eine Stiftung Eigentümer eines Teils des Geländes, 2013 hob das Folketing das Sonder-Christiania-Gesetz auf – seither gelten reguläre dänische Gesetze, und Christiania ist zwar weiter eine selbstverwaltete Gemeinschaft, rechtlich aber nicht mehr autonom. Im April 2024 entfernten Bewohner symbolisch das Pflaster der Pusher Street, um den offenen Drogenhandel zu beenden; das Viertel gilt seither als sicherer für Besucher, und Fotografieren ist heute generell erlaubt. Christiania ist frei zugänglich, fußläufig von der Metro Christianshavn, und bietet alternative Architektur, Kunst, Werkstätten, Cafés und Veranstaltungsorte.
Bummeln auf dem Strøget
Zwischen den Wahrzeichen verbindet der Strøget die Innenstadt zu einer durchgehenden Flaniermeile. Der rund 1,1 Kilometer lange Straßenzug aus Frederiksberggade, Nygade, Vimmelskaftet und Østergade führt vom Rathausplatz (Rådhuspladsen) im Westen bis zum Kongens Nytorv im Osten – und damit fast bis ans Kopfende von Nyhavn. 1962 wurde Strøget probeweise und ab 1964 dauerhaft verkehrsfrei gemacht; er gilt als eine der längsten Fußgängerzonen Europas. Zum Shoppen, Schauen und Pausieren ist die Achse ideal, und sie ist zugleich die natürliche Verbindung zwischen vielen Punkten dieser Liste.
So unterschiedlich diese 15 Ziele sind, sie liegen erstaunlich nah beieinander – vom Rathausplatz über Strøget zum Kongens Nytorv und Nyhavn, weiter nach Amalienborg, zur Marmorkirken, ans Kastellet und zur Kleinen Meerjungfrau ergibt sich fast von selbst eine Route. Wie du daraus einen oder mehrere gut getaktete Tage machst, zeigen unsere Reisepläne; welche Jahreszeit sich für deinen Besuch am besten eignet, klärt der Ratgeber Beste Reisezeit für Kopenhagen.